Mittwoch, 22. Februar 2012

Meine Buchrezension zu "Hyddenworld - Der Frühling" von William Horwood

===Die Einleitung:===
Seit ein paar Wochen bin ich auf www.vorablesen.de registriert.
Dort kann man Leseproben zu Büchern lesen, welche noch nicht erschienen sind und dazu einen Leseeindruck verfassen.
Nachdem ich die Leseprobe zu „Hyddenworld – Der Frühling“ gelesen hatte, war ich begeistert von dem Buch und freute mich daher umso mehr, als ich eines der Leseexemplare zugesandt bekam.

Hiermit möchte ich mich dafür beim Klett-Cotta-Verlag und dem Vorablesen.de-Team ganz herzlich bedanken!

===Der Autor:===
William Horwood wurde 1944 in Oxford geboren.
Mit seinem Buch „Stein von Duncton“ wurde er international bekannt.
Sein neuestes Werk „Hyddenworld – Der Frühling“ ist Teil eins einer vierteiligen Reihe und ich bin schon sehr gespannt auf die nachfolgenden Bände und hoffe, der Autor lässt mich nicht so lange warten.
Mehr Informationen zum Autor und seinen Werken findet ihr auf der englischen Seite http://www.williamhorwood.co.uk/.

===Fakten zum Buch:===
Das gebundene Taschenbuch erscheint am 22. Februar 2012 beim Klett-Cotta-Verlag.
Der Originaltitel des Buches lautet „Hyddenworld. Spring“.
Reiner Pfleiderer hat es aus dem Englischen übersetzt.
Es umfasst 534 Seiten und ist im Buchhandel für 22,95 Euro zu haben.

===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist dunkelbraun und erweckt durch seine Gestaltung den Eindruck eines edlen Ledereinbands.
Ganz oben steht in geschwungenen goldenen Großbuchstaben der Name des Autors.
Darunter steht in goldenen verschnörkelten  Großbuchstaben der Titel des Buches.
Weiter erfährt man auf dem Cover, dass das Buch bei der Hobbit - Presse im Klett-Cotta-Verlag erschienen ist.
Im Zentrum des Covers sieht man Imbolcs Anhänger mit den Steinen für die vier Jahreszeiten.
An der Seite des Anhängers sieht man Jacks edlen handgefertigten Lederrucksack.
Ein Blick durch den Anhänger zeigt einen Ausschnitt aus der Geschichte, als sich laut meiner Interpretation des Bildes ein Knüppelmann, Jack und Katherine in Brum oder einem anderen Ort in der Hyddenwelt befinden.
Auf der Rückseite des Buches findet man eine kurze Inhaltsangabe, welche ich weiter unten wiedergeben werde.
Klappt man das Buch auf, findet man eine weitere, etwas längere Inhaltsangabe und Informationen über den Autor.

Meiner Meinung passt das Cover sehr gut zur Geschichte des Buches.
Es greift wichtige Elemente des Buches auf und vereint sie zu einem schönen und aussagekräftigen Gesamtbild.
Das Buch gefällt mir als gebundene Ausgabe sehr gut, da ich bei Büchern mit so vielen Seiten die gebundene Ausgabe dem Taschenbuch vorziehe.
Toll finde ich, dass ein goldgelbes Lesebändchen in das Buch integriert ist.

===Der Verlag über das Buch:===
Die Hydden sind die gewitztesten kleinen Leutchen der Fantasy, seit …langem.

Der kleine Jack ist ein Riese.
Jedenfalls in der Welt der Hydden, einem Volk kleiner Leute, das in einer für Menschen unsichtbaren Stadt unter der Erde lebt.
Als er, mit einem feinen ledernen Rucksack auf dem Rücken, bei den Menschen auftaucht,lebt eine alte Prophezeiung wieder auf.

===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt mit einer Prophezeiung:

Ein Schmied namens Beornamund verliebte sich in Imbolc, die Tochter seines Meisters, deren Name Frühling bedeutet.
Die Liebe der Beiden währte nur kurz, denn Imbolc ertrank in einem Hochwasser und ließ den trauernden Beornamund allein zurück.
Die Kraft seiner Emotionen ließ ihn große Schmiedewerke vollbringen und so wurde er zum CraftLord ernannt.
Als dieser erschuf er eine makellose Kugel aus Glas und Metall.
Er schleuderte sie voll Zorn über Imbolcs Tod in den Himmel und stahl den Göttern damit unwissentlich etwas von den Feuern des Universums und den Farben der iridschen Jahreszeiten.
Dies veranlasste die Götter dazu, die Kugel in viele Stücke zerbersten zu lassen und so wurden aus der Kugel vier Edelsteine für jede irdische Jahreszeit.
Beornamund fand sie alle, bis auf den Edelstein des Frühlings und fasste sie in einen goldenen Anhänger, der von nun an viele Jahrhunderte lang von seiner geliebten Imbolc getragen wurde.
Sie war von den Göttern als Friedensweberin auserkoren worden und ritt auf ihrem Schimmel durch die Welt der Menschen und der Hydden.
Mit dem Anhänger verband Beornamund eine mystische Prophezeiung, die ein magisches Band zwischen Imbolc und ihrer Schwester, der Schildmaid knüpfte.
Nun sind fünfzehnhundert Jahre vergangen und die Zeit der Erfüllung der Prophezeiung naht.

Als Leserin werde ich Zeugin eines geheimnisvollen Zwischenfalls:
Für das menschliche Auge unsichtbar verweilen in der Morgendämmerung, kurz vor Frühlingsanbruch dreieinhalb sonderbare Gestalten.
Sie gehören dem Volk der Hydden an, kleinen Leuten aus einer Parallelwelt, die man auch mit dem kleinen Volk der Kelten und Iren vergleichen könnte.
Der Größte von ihnen ist etwa 90 Zentimeter groß, was bei den Hydden schon eine beachtliche Größe ist.
Auch ihre Berufe bzw. Aufgaben sind anders als bei den Menschen.
Einer von ihnen ist ein Archivar, ein anderer ein kampferprobter Knüppelmann, ein weiterer ein Forstmeister, mit der Funktion als Streitschlichter unterwegs zu sein.
Sie alle schlafen und der Kleinste im Bunde namens Bedwyn Stort erwacht und hat eine unvergessliche Begegnung, während der er einen wichtigen Pakt schließt.
Fortan wird er von seinen Freunden bei der Erfüllung des Pakts begleitet.

Ein wichtiger Teil dieses Pakts ist der junge Riesengeborene Jack.
Riesengeborene sind in der Hyddenwelt eher selten und werden von den grausamen Fyrd, welche sich die Hydden untertan gemacht haben, gnadenlos getötet.
Doch die Fyrd haben Verräter in den eigenen Reihen und so kommt es auch bei ihnen zu dem einen oder anderen Umschwung.
Schnell ist klar, dass Jack die Hyddenwelt verlassen muss, um am Leben zu bleiben und eine uralte Prophezeiung zu erfüllen.

Wie das Schicksal es will, oder wie die Hydden es nennen die Wurd, kommt es dazu das Jack in der Menschenwelt angekommen schon schnell in Gefahr gerät und der jungen Katherine bei einem schweren Autounfall das Leben rettet.
Die Beiden erleiden bei dem Unfall schwere Verluste und so kommt es, dass erstmal jahrelang Funkstille zwischen ihnen herrscht, bis ein wichtiges Ereignis sie wieder zusammen führt.
Jack und Katherine haben eine gemeinsame Prophezeiung zu erfüllen und müssen dabei vielen Widrigkeiten trotzen.
Sie reisen zwischen den Welten, erfahren Liebe, Wut, Trauer, Verlust, Freundschaft und Verrat und wachsen schließlich zu jungen Erwachsenen heran.

Sie haben große Aufgaben vor sich und oftmals scheint es, als würden sie an der großen Verantwortung zerbrechen.
Sie sollen die Schildmaid, die Schwester Imbolcs finden, sich auf die Suche nach dem verlorenen Stein des Frühlings machen und ganz nebenbei soll Jack den Hydden endlich zum lang ersehnten Frieden verhelfen, der ihnen lange verwehrt blieb.
Als es in der Menschenwelt brenzlig wird, eilen Jack und Katherine ein paar bekannte Hydden zu Hilfe und erfüllen ihren Part an der Geschichte.

In der Menschenwelt können sie auf den kauzigen Archäologen Arthur Foale und seine liebenswürdige Frau Margaret zählen, welche sie jederzeit mit offenen Armen und Herzen in Empfang nehmen.
Plötzlich verschwindet Arthur Foale und Jack wird klar, dass er schnell handeln muss.

Werden Jack und Katherine die Prophezeiung erfüllen?

Wird Arthur Foale wieder heil zu seiner Frau zurückkehren?

Was hat es mit der Schildmaid auf sich?

Auf diese und viele andere Fragen gibt das Buch spannende Antworten und lässt mich in fremde Welten hineintauchen.

===Mein Fazit:===
Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist sehr spannend.
Schon als ich die Prophezeiung las, war ich mittendrin in der Geschichte und wollte wissen, ob Beornamund seine große Liebe Imbolc jemals wieder in seine Arme schließen kann.
Die Idee der Parallelwelten von Menschen und Hydden gefällt mir sehr gut.
Sie erinnert mich an die Geschichten der Kelten und Iren über das kleine Volk, über Riesen, märchenhafte Frauengestalten, die Natur und den keltischen Jahreskreis.
Die Hydden sind ein sympathisches Volk und es hat mir großen Spaß gemacht, mehr über sie zu lesen.
Sie kleiden sich anders als wir Menschen und zeigen dabei viel Erfindungsreichtum.
Auch benutzen sie andere Worte als wir, welche mit einem tieferen Sinn versehen sind.
Es gefällt mir, dass sie so naturverbunden sind und an Mutter Erde und das Schicksal glauben.
Die Geschichte, in der Menschen, eine Handvoll Hydden und die sagenumwobene Imbolc sich zusammentun, um die Welten zu retten, finde ich sehr spannend.
In diesem Abenteuer finden die verschiedensten Wesen und Persönlichkeiten zusammen und es war sehr spannend sie kennen zu lernen.

Der kauzige Professor Arthur Foale ist mir schnell ans Herz gewachsen und ich bin gespannt, welche Abenteuer er noch erleben wird und welche Rolle dabei die Henges (Steinkreise) spielen werden.
Sein warmherzige Frau Margaret ist mir ebenso schnell ans Herz gewachsen.
Ihre ruhige, besonnene und hilfsbereite Art gefällt mir sehr.
Auf das Haus und die dazugehörige Umgebung der beiden bin ich schon etwas neidisch.
So stelle ich mir mein Haus vor.
Die Idylle im Wintergarten, das Essen von vergessenem Gemüse wie Pastinaken, das entzünden von Freudenfeuern – all diese Erlebnisse, welche Clare, Katherine, Margaret und Arthur miteinander teilten, würden auch mir sehr gut gefallen und ich denke, ich würde mich in Woolstone wohlfühlen.
Clare, Katherines Mutter, weiß und sieht trotz ihrer Krankheit mehr als man denkt und dieser Aspekt verleiht der Geschichte eine geheimnisvolle Aura.
Katherine ist ein liebenswerter Hitzkopf und Jack steht ihr darin in Nichts nach.
Die beiden mussten viel durchmachen und ich litt mit ihnen.
Mehr als einmal bewiesen sie ihren Mut und ihre Kampfbereitschaft.
Jack ist eine besondere Rolle zuteil und in ihm schlummern viele verborgene Talente, wie sich im Laufe des Buches herausstellt.
Master Brif, Pike und Barklice brachten mir die Hydden, ihr Wesen und ihre Gepflogenheiten näher und es war spannend mehr über ihre Hauptstadt Brum und deren Lage zu erfahren.

Besonders sympathisch war mir natürlich Bedwin Stort, der nicht nur seiner ihm zugedachten Aufgabe sehr gewissenhaft nachkam, sondern auch durch seine mitunter recht kuriosen Einfälle für Furore sorgte.
Mehr als ein Mal musste ich darüber lachen, was er sich wieder ausgedacht hatte oder in welche brenzliche Lage er sich nun schon wieder gebracht hatte.
Imbolc mit ihrem weißen Pferd zeigte sich allgegenwärtig, wandelbar und eben so, wie ich mir eine keltische Frühlingsgöttin vorstellen würde.
Sie hielt sich trotz ihres hohen Alters sehr tapfer und zog im Verborgenen an den richtigen Stellen der Schicksalsfäden.
Die Modor und der Wita erinnerten mich an Gott und Göttin des Wiccakults und faszinierten mich durch ihre Weitsicht und ihre Fähigkeit zu Heilen.
Igor Brunte und seine Gefolgschaft waren mir sehr unsympathisch.
Wie die anderen Fyrd verachtete ich sie und hoffte darauf, dass Jack sie besiegen würde.
Die Barmherzigen Schwestern waren mir auch nicht besonders sympathisch, bis auf eine Ausnahme, deren Geschichte ich sehr spannend fand und fast schon eine gänzlich andere Wendung vermutete.
Das Volk der Bilgener und ihr Oberhaupt Old Mallarchi faszinierten mich ebenso, wie die Geschichten über sie.

Das Buch ist einfach bezaubernd und erzählt eine phantasievolle, märchenhafte Geschichte.
Mir gefällt die detaillierte Bildsprache, denn dadurch konnte ich mir vieles erst richtig vorstellen.
Anders als andere Bücher hat das Buch viele Kapitel mit mehreren kleinen Überschriften und jeweils kurzen Unterkapiteln, was ich als sehr stimmig empfinde.
Ein Highlight war für mich die Freundschaft zwischen Lord Festoon und Parlance und ihre Folgen.
Die Geschichte des Buches hat mich begeistert und ich bin schon ganz gespannt auf die nachfolgenden Bände.
Einzig und allein die häufig auftretenden Rechtschreibfehler konnten meine Lesefreude etwas trüben, ansonsten kann ich das Buch jedem Fantasyliebhaber nur von ganzem Herzen weiterempfehlen!

Ich hoffe, dass der Verlag sich die Kritik bezüglich der Rechtschreibfehler zu Herzen genommen hat und dass die druckfrischen Bücher keine mehr aufweisen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia.


1 Kommentar:

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