Sonntag, 9. Februar 2014

Meine Rezension zu "Selection" von Kiera Cass

Die Einleitung:

„Selection“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Ich muss zugeben, dass mich zuerst das wunderschöne Cover neugierig auf das Buch gemacht hat.
Als ich den Klappentext las, war ich mir zunächst einmal etwas unschlüssig, ob das Buch etwas für mich wäre, da ich selten reine Liebesgeschichten lese.
Mir gefiel jedoch, dass der Roman in der Zukunft spielte und ich war sehr neugierig darauf, wie die Autorin die Geschichte umsetzt, daher gab ich dem Buch eine Chance.

Die Autorin:

Kiera Cass studierte Geschichte an der Radford University und lebt mit ihrer Familie in Blacksburg, Virginia.
Wenn sie nicht schreibt, liest oder tanzt sie sich durchs Leben und isst sich durch Kuchenberge.
Mit „Selection“ legt sie den ersten Band einer Trilogie vor, der gleich nach Erscheinen auf der New-York-Times Bestsellerliste landete.
Mehr über Kiera Cass unter www.kieracass.com

Fakten zum Buch:

Der englische Originaltitel des Buches lautet „The selection“.
Das Buch wurde von Angela Stein ins Deutsche übersetzt.
Das gebundene Buch erschien im Februar 2013 bei Fischer- Sauerländer.
Es umfasst 368 Seiten und ist im Buchhandel für 16,99 Euro zu haben.

Die Gestaltung des Buches:

Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker.
Im Zentrum des Covers sieht man eine junge Frau, welche meiner Meinung die Protagonistin des Buches, America Singer darstellen soll.
Sie trägt ein imposantes ärmelloses hellblaues Kleid und verdeckt mit ihrem grazilen Arm einen Teil ihres Gesichtes.
Das Bild erweckt den Eindruck als würde America in einer Art Spiegelsaal stehen, der sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wiedergibt.
Ich finde das Cover sehr schön.
Es passt gut zum Casting im Buch und zu den schicken Kleidern, die die Erwählten im Buch tragen.
Außerdem hat das Cover einen hohen Wiedererkennungswert.
Es ähnelt dem Cover des zweiten Bandes, welcher am 20.Februar 2014 erscheinen wird.

Der Verlag über das Buch:

Die Chance ihres Lebens?
35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt.
Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten.
Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien.
Doch zu welchem Preis?
Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt?
Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Die Geschichte und meine Meinung dazu:

America Singer lebt in Illeà, einem Land, das nach dem 4. Weltkrieg aus den Überresten von Amerika erschaffen wurde.
Wie im heutigen Indien gibt es auch in Illeà ein Kastensystem, welches eine Kluft durch die Gesellschaft reißt und darüber bestimmt, wie man lebt, welchem Beruf man nachgeht und wen man lieben darf.
Die Mitglieder der unteren Kasten helfen einander und werden von denen aus den höheren Kasten nur belächelt und geringschätzig behandelt.
Americas Familie ist eine Künstlerfamilie, die der Kaste fünf angehört.
Ihr Bruder ist Maler, ihre Eltern und ihre jüngere Schwester sind wie sie selbst Musiker.
Selbst der Jüngste in der Familie soll sich schon darum kümmern, seine Berufung zu finden, um seinen Teil zur Haushaltskasse beizusteuern.
Familie Singer musiziert gemeinsam für Angehörige der Kasten drei, zwei und eins.
Die Familie muss nicht hungern, aber es gibt auch nie genug zu essen.
Ein Nachschlag ist nicht drin.
America ist nicht nur bildhübsch, sondern sie kann wunderschön singen und beherrscht mehrere Instrumente und Sprachen.
Trotz der zahlreichen Entbehrungen die ihre Kaste mit sich bringt, ist America zufrieden mit ihrem Leben.
Sie muss nicht hungern, hat eine große Familie und ein Dach über den Kopf.
Ganz anders als ihre heimliche große Liebe Aspen, dessen Familie Hunger leidet und sich gerade mal so über Wasser halten kann.
Eine Liebe zwischen den Kasten sechs und fünf ist verboten und wird hart bestraft, daher können die Beiden sich nur im Verborgenen treffen und dürfen nie zu weit gehen, da dies schlimme Konsequenzen haben würde.
Doch America gibt nicht auf und kämpft für ihren Traum, Aspen einmal zu heiraten.
Ihre Welt gerät ins Wanken, als plötzlich ein Brief aus dem Königshaus eintrudelt.
Das Königspaar sucht für seinen einzigen Sohn Maxon eine Frau und möchte gerne, dass diese aus dem Volk von Illeà stammt.
Ein Casting soll stattfinden, bei dem ganz Illeà zuschauen wird.
Jedes Mädchen in heiratsfähigem Alter kann sich für das Casting bewerben.
America möchte zunächst nicht daran teilnehmen.
Den Prinzen kennt sie bisher nur aus dem Fernsehen und hält ihn für oberflächlich und eingebildet.
Außerdem hat sie ihre große Liebe Aspen ja schon gefunden.
Doch dann bietet ihr ihre Mutter einen Deal an und Aspen gibt ihr den Laufpass, also bewirbt America sich nun doch.
Insgeheim rechnet die hübsche junge Frau sich keine großen Chancen aus, eine der Erwählten zu werden, doch dann ist es soweit und sie wird als eine von 35 Erwählten ins Königshaus gebracht.
Eine aufregende Zeit beginnt.
America schlägt sich gut und ist eine der Favoritinnen des Volkes.
Doch was will ihr Herz?

Mein Fazit:

Wider Erwarten hat mich „Selection“ doch mitgerissen.
Dies lag unter Anderem an dem angenehmen und flüssigen Schreibstil der Autorin.
Ich war schnell mitten drin in der spannenden Welt, in welcher America lebt, die so ganz anders ist, als das Amerika unserer Zeit.
Diese dystopische Welt gefiel mir sehr gut, warf aber auch viele Fragen auf.
Warum wissen die Bewohner Illeàs so wenig über die Geschichte Amerikas?
Wer hat die Monarchie eingeführt und warum?
Immer wieder gibt es Angriffe von Rebellen.
Worauf haben es die Rebellen abgesehen und wer sind sie?
Die Protagonistin America mochte ich auf Anhieb.
Die Autorin ließ mich von Anfang an Americas Gedanken und Gefühlen teilhaben.
America ist zufrieden mit ihren bescheidenen Lebensumständen und hilft ihrer Familie und ihrem heimlichen Freund Aspen wo sie nur kann.
Sie macht sich nichts aus ihrem guten Aussehen und schert sich nicht um die Unterschiede durch die Kasten.
Als America dann auf dem Weg ins Königshaus ist, lernt sie eine völlig neue Welt kennen.
34 bildhübsche junge Frauen kämpfen mit ihr darum, die Braut des Prinzen Maxon zu werden.
Im Palast ist alles ganz anders.
Die Speisen sind köstlich und reichlich.
Wunderschöne Kleider und Schmuck sind zahlreich für die Erwählten vorhanden und jede von ihnen hat eigene Zofen, die sie ankleiden, waschen und ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen.
Die Erwählten sind grundverschiedene Mädchen aus den verschiedenen Kasten.
Einige der Mädchen werden nur namentlich erwähnt oder nur oberflächlich beschrieben.
Dies fand ich etwas schade, aber letztendlich ging die Geschichte dadurch schneller voran und der Prinz traf eine Vorauswahl.
Den Alltag Americas im Palast fand ich sehr schön beschrieben.
Durch die Erwähnung der passenden Bezeichnungen wie „Lady“ und „Eure Majestät“ wurde er noch authentischer.
Ich war gespannt auf den Prinzen und das Königspaar und wie sich der Alltag der Erwählten mit der Königsfamilie gestalten würde.
Die Mädchen lernen nach und nach den Prinzen kennen, zeigen sich im Fernsehen dem Volk und es bilden sich Freundschaften.
Natürlich gibt es untereinander auch Intrigen und Geheimnisse, bei denen mir besonders eine bestimmte Erwählte immer wieder negativ auffiel.
Über alldem hing die Frage, wer gehen muss.
Dies wurde besonders spannend dadurch, dass manche Kandidatinnen plötzlich gehen mussten und die anderen Erwählten nichts Konkretes darüber wussten.
Es wurde viel spekuliert und mehr als ein Mal fragte ich mich, wer Freund und wer Feind ist.
Besonders bei Americas Freundin Marlee hatte ich das Gefühl, dass sie etwas verbirgt.
Gemeinsam mit America fragte ich mich, wer von den Mädchen wirklich den Prinzen will und wer nur die Krone.
Wer hatte das Zeug zur Prinzessin?
Wer war zu schwach oder nur ein hübsches „Lärvchen“?
Es war spannend zu beobachten, welche Mädchen bleiben durften und welche gehen mussten.
America war auch im Schloss sehr darum bemüht, sie selbst zu bleiben.
Ihre offene, natürliche Art kam sowohl bei dem Volk als auch bei mir sehr gut an.
America ist eine Kämpferin, die für die Dinge einsteht, die ihr wichtig sind und die sich nicht für andere verbiegt.
Sie verliert ihr Ziel nie aus den Augen und Prinz Maxon kann sich glücklich schätzen, sie als Freundin zu haben.
America war zu jeder Zeit ehrlich zu ihm und hat ihm von Anfang an gesagt, welche Absichten sie hat.
Auch wenn ihr Herz eigentlich Aspen gehört, habe ich insgeheim immer gehofft, dass sie sich für Prinz Maxon entscheiden wird.
Und wer weiß, vielleicht tut sie es ja irgendwann?
America lässt sich von den anderen Mädchen nichts vormachen und ich finde es toll, dass sie sich nicht unterkriegen lässt.
Sie war für mich eine willkommene Ausnahme unter den Erwählten, bei denen ich mir oft nicht sicher war, welche Absichten sie wirklich haben.
Trotz der neuen Privilegien im Palast verliert America sich selbst nie aus den Augen und ist immer für ihre Mitmenschen da.
Dies macht sie umso sympathischer.
Sie vermisst Aspen zunächst sehr und hat Schwierigkeiten, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
America hat einen guten Charakter, was mir sehr gut gefallen hat.
Besonders ihr Umgang mit ihren Zofen und ihr Verhalten dem Volk gegenüber sind mir positiv aufgefallen, weshalb ich sie mir gut als zukünftige Prinzessin vorstellen könnte.
Da gibt es nur das Problem, dass sie eigentlich gar nicht Prinzessin werden will, sondern nach eigenen Angaben unter Anderem wegen der Vergütung und dem guten Essen im Palast bleibt.
Ihre Begegnungen mit Prinz Maxon entwickeln sich zu einer Freundschaft.
Americas erfrischende Offenheit und Direktheit Prinz Maxon gegenüber ließen mich manchmal beinahe vergessen, dass ich es hier mit einem Prinzen zu tun hatte.
Natürlich verändern sich Americas Gefühle, als sie den Prinzen näher kennenlernt und ich frage mich, warum sie noch an Aspen hängt, nachdem dieser sie so brüsk abserviert hat.
Aspen konnte ich nur schwer einschätzen.
Ich habe mich gefragt, ob er America wirklich liebt oder ob er nur mit ihr zusammen war, weil er von dem guten Essen etc. profitieren konnte.
Hat er sie verlassen, um ihr die Chance für ein besseres Leben zu geben oder hat er vor eine andere zu heiraten?
Ich bin gespannt darauf, wie die Geschichte in Band zwei weitergehen wird.
Für wen wird sich America entscheiden?
Für Maxon oder Aspen?
Welche der Erwählten werden übrig sein und wer wird am Ende die neue Prinzessin von Illeà?
Prinz Maxon konnte ich anfangs auch nur schwer einschätzen.
Er ist noch sehr jung und kennt sich nicht so gut mit Frauen aus.
Die Vorschriften, die die Mädchen ihm gegenüber einhalten sollten sorgten dafür, dass ich ebenso wie America die wildesten Vermutungen anstellte und dem Prinzen Unrecht tat.
Als America ihn besser kennenlernte, wurde er mir sogar ziemlich sympathisch.
Er ist geduldig und zuvorkommend, besitzt Größe und hat immer ein offenes Ohr.
Zudem ist er ehrlich, voller Humor, verständnisvoll und nicht nachtragend.
Ich denke, er muss sich noch intensiver mit seinem Volk und der Politik und Geschichte Illeàs auseinandersetzen, ist aber auf dem richtigen Weg.
Anfangs empfand ich es als ziemlich befremdlich, dass er auf diesem Weg eine Frau sucht, doch nach und nach begann ich ihn zu verstehen.  
Bei „Selection“ hätte ich mir etwas mehr Tiefgang und mehr Hintergrundinformationen gewünscht.
Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf Teil 2, der hoffentlich ein paar meiner offenen Fragen beantworten wird.



Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia


Kommentare:

  1. Hallo Aletheia

    Vielen Dank für diese tolle, ausführliche Rezension. Eigentlich war ich bisher der Meinung, dass ich diese Reihe nicht lesen muss, aber nun bin ich mir schon nicht mehr so sicher... :-)
    Ich habe Dich übrigens getaggt und würde mich freuen, wenn Du Lust hast mitzumachen.
    http://carmens-leseecke.blogspot.ch/2014/02/tag-liebster-award-discover-new-blogs.html

    Liebe Grüsse
    Carmen

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    Antworten
    1. Liebe Carmen!
      Es freut mich sehr, deine Kommentare hier auf meinem Blog zu lesen.
      An dem Tag nehme ich sehr gerne teil.
      Vielen Dank dafür!
      Liebe Grüße, Aletheia

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